➔ Wissen. Schafft. Wandel.
Wissenschaft bedeutet für mich in erster Linie Berufung. Wissenschaft ist für mich kein Beruf im herkömmlichen Sinne, sondern sie ist Berufung. Sie ist kein abgeschlossener Raum mit festen Arbeitszeiten, sondern eine Haltung, die sich durch den Alltag zieht. Oft offenbart sich das Wissenschaftliche im scheinbar Banalen – in einem Gespräch, einer Beobachtung oder einer Irritation. Immer jedoch ist sie bereits da: Die Frage, die Theorie und das Bedürfnis, tiefer zu verstehen. Der Bezug zur Theorie ist für mich ebenso essenziell wie der zur Praxis. Erkenntnis muss fundiert sein, aber auch wirksam. Es geht mir nicht nur um abstrakte Systeme, sondern um deren Relevanz in der konkreten Welt. Was mich dabei antreibt, ist Leidenschaft – und eine starke, nicht verhandelbare, intrinsische Motivation. Jene, die Wissenschaft vorrangig aus ökonomischem Kalkül betreiben, sind zahlreich – ja, zu zahlreich! Wenn Forschung zur Fassade für Prestige und Profit verkommt, verliert sie ihr eigentliches Potenzial. ➔ Welcome to reality.

Wissenschaft ist umgeben von Buntheit. Wissenschaft ist kein starres System, sondern sie ist lebendig, vielstimmig und vor allem bunt. Sie lebt vom Wandel, vom Perspektivwechsel und vom starken Mut, alte Gewissheiten zu hinterfragen. Wer sich nur im Gestern verankert, wird das Heute nicht begreifen – und somit auch das Morgen verpassen. Gerade in einer Zeit rasanter Veränderungen bedeutet wissenschaftliches Arbeiten, sich selbst immer wieder neu auszurichten, neu zu denken und selbst neu zu lernen. Stagnation ist jedenfalls keine Option. Veränderung nicht als Bedrohung, sondern als Antrieb zu sehen – das ist für mich der einzige Weg, intellektuell wie menschlich beweglich zu bleiben. ➔ Challenge accepted.

Wissenschaft deutet für mich auf Begrenztheit hin. Wissenschaft zeigt uns nicht nur, was wir wissen können, sondern sie erinnert uns auch stets daran, was wir nicht wissen. Der von mir geschätzte Physiker Stephen Hawking (1942–2018) mahnte eindringlich, dass es Grenzen des Erkennens gibt. Seine Worte wirken bis heute nach: „Der größte Feind des Wissens ist nicht Unwissenheit, sondern die Illusion, wissend zu sein.“ Diese Einsicht ist für mich keine Kapitulation, sondern ein Aufruf zur Demut. Denn wer forscht, wer fragt und wer wirklich verstehen will, muss vor allem eines anerkennen: Die eigene Begrenztheit. Und genau darin liegt etwas zutiefst Menschliches. Wir sind Suchende und keine Allwissenden. Wir irren, wir zweifeln und wir tasten uns vor. ➔ That’s life.