Im Rahmen des diesjährigen Kommunalwirtschaftsforums versammelten sich im April 2026 in Krems an der Donau (Niederösterreich) über 200 Vertreter:innen aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft, um über die drängenden Fragen der digitalen Zukunft im öffentlichen Sektor zu diskutieren. Ein Höhepunkt der Veranstaltung war der Vortrag von Marlon Possard, der sich mit den rechtlichen und ethischen Herausforderungen von Künstlicher Intelligenz (KI) und digitaler Transformation in der öffentlichen Verwaltung auseinandersetzte.
„Der Public Sector steht an einem Wendepunkt“, betonte Possard. „Digitale Technologien sind nicht länger optional, sondern zentral für Effizienz, Transparenz und Bürger:innennähe.“ Gleichzeitig warnte er vor vorschnellen Implementierungen ohne klare Zielbilder, Governance-Strukturen und ausreichende Qualifizierung der Mitarbeiter:innen. „Es gilt: Wir müssen alle Menschen auf die fortschreitende Digitalisierung vorbereiten. Vor allem der Einsatz von KI in der öffentlichen Verwaltung fußt gleichzeitig auch auf einer gesamtgesellschaftlichen Akzeptanz“, so Possard.
Ein zentrales Thema seines Vortrags war die Balance zwischen Innovation und Regulierung. Gerade im Umgang mit sensiblen Daten müsse der Einsatz von KI höchsten ethischen und rechtlichen Standards genügen. Vertrauen sei die wichtigste Währung der Verwaltung und dieses dürfe durch intransparente oder fehleranfällige Systeme nicht gefährdet werden.
Neben den Herausforderungen hob Possard auch konkrete Chancen hervor: Kommunen könnten durch gezielte Digitalisierung nicht nur Kosten senken, sondern auch die Servicequalität für Bürger:innen deutlich steigern. Voraussetzung dafür sei jedoch ein Kulturwandel innerhalb der Organisationen – und zwar hin zu mehr Agilität, interdisziplinärer Zusammenarbeit und Offenheit für neue Technologien. (Bildcredit: KWF)

