Wie verändern KI und die zunehmende Vielfalt medialer Informationen unser Verständnis von Wahrheit und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Justiz? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des „Forum Justiz – Talk in Court“, das im Oktober 2026 unter dem Titel „Wahrheit im Wandel? – Fakten, Fiktion und Verfahren im Zeitalter von KI und Medienvielfalt“ im Schwurgerichtssaal des OLG Innsbruck auf Einladung von Dr. Klaus-Dieter Gosch, Präsident des OLG Innsbruck, stattfand.
Marlon Possard hielt dazu den Vortrag „Quid est veritas? Wahrheit, Vertrauen und richterliche Überzeugungsbildung im Zeitalter künstlicher Wirklichkeit“. Im Mittelpunkt standen die Herausforderungen, die KI-generierte und manipulierte Inhalte für die Beweiswürdigung und die richterliche Entscheidungsfindung mit sich bringen. Dabei wurde deutlich: Technische Authentizität und tatsächliche Wahrheit sind nicht gleichzusetzen. Umso wichtiger sind kritische Prüfung, nachvollziehbare Begründungen und ethische Verantwortung.
Gemeinsam mit Journalist:innen und Jurist:innen diskutierte Possard im Anschluss im Rahmen einer Podiumsdiskussion über das Zusammenspiel von Recht, Medien und KI. Am Podium vertreten waren zudem Mag. Stefan Kappacher (Journalist, ORF), Lisa Seidl, LL.B., LL.M. und Margit Ehrenhöfer (Journalistin, Tageszeitung „Der Standard“).
Der Schwurgerichtssaal war bis auf den letzten Platz mit Jurist:innen aus unterschiedlichen Bereichen der Rechtspflege (u. a. Richter:innen, Staatsanwält:innen, Rechtsanwält:innen) und interessierten Besucher:innen gefüllt. Das große Interesse und der rege Austausch unterstrichen die Bedeutung einer interdisziplinären Auseinandersetzung mit KI und ihren Auswirkungen auf Wahrheit, Vertrauen und Rechtsstaatlichkeit im 21. Jahrhundert. (Bildcredit: OLG Innsbruck/BMJ)


