Nachruf & Würdigung für Univ.-Prof. Dr. Hubert Christian Ehalt

Marlon Possard: Mit tiefem Respekt und aufrichtigem Dank gedenke ich Univ.-Prof. Dr. Hubert Christian Ehalt (1949-2023), dessen Wirken weit über die Grenzen seiner Fachgebiete hinausreichte. Als langjähriger und verlässlicher Unterstützer meines akademischen Werdegangs war er für mich nicht nur Mentor, sondern auch ein inspirierendes Vorbild an wissenschaftlicher Leidenschaft, menschlicher Integrität und intellektueller Weitsicht. Sein Engagement für Bildung, Forschung und den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft bleibt auch zwei Jahre nach seinem Ableben unvergessen.“

Vom 9. bis 11. Oktober 2025 fand daher zum Gedenken an Prof. Ehalt in Wien-Donaustadt die Veranstaltung „Christian Ehalts Manufaktur“ statt – eine eindrucksvolle Würdigung des Lebenswerks von Prof. Christian Ehalt. Zahlreiche Weggefährt:innen aus Wissenschaft, Forschung, Kultur und Bildung sowie viele Freund:innen und Bekannte versammelten sich, um seinem Wirken für eine offene, dialogische und sozial engagierte Wissenskultur zu gedenken. Auch Vertreter:innen der Stadt Wien und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) würdigten seinen Beitrag zur kulturellen und intellektuellen Landschaft der Stadt.

Den Nachruf (Langfassung) von Marlon Possard im Begleitheft zum Symposium für Prof. Ehalt finden Sie HIER. (Bildcredit: Stadt Wien/Jobst)

„Verehrtes Publikum, los, such dir selbst den Schluss! / Es muss ein guter da sein, muss, muss, muss! […]. / Den Vorhang zu und alle Fragen offen.“ (Bertolt Brecht | In: Der gute Mensch von Sezuan, 1943)

Vortrag im Bundeskanzleramt zum Thema „Ethik in der öffentlichen Verwaltung im Zeitalter von KI“

Am 6. November 2025 hielt Marlon Possard im österreichischen Bundeskanzleramt einen Vortrag zum Thema „Ethik in der öffentlichen Verwaltung im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz (KI)“. Possard beleuchtete dabei die Chancen und Herausforderungen, die der Einsatz von KI-Systemen für die öffentliche Verwaltung mit sich bringt und betonte die Notwendigkeit einer verantwortungsvollen und werteorientierten Nutzung von KI-Technologien, um Vertrauen in staatliches Handeln zu sichern und den Bürger:innen transparente Entscheidungen zu gewährleisten.

Über 100 Teilnehmer:innen aus dem österreichischen öffentlichen Dienst nahmen an der Veranstaltung teil – darunter zahlreiche Führungskräfte. Im Anschluss an den Vortrag entwickelte sich eine spannende und lebhafte Diskussion, in der Themen wie algorithmische Transparenz, Datenschutz, menschliche Aufsicht und ethische Leitlinien für den Verwaltungseinsatz von KI vertieft wurden. Die Teilnehmer:innen zeigten großes Interesse an praktischen Lösungsansätzen und betonten die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Technik und Ethik. (Bildcredit: BKA)

Vortrag zu Recht, Ethik und Technik im Rahmen der EU-KI-Kompetenz

Ende Oktober 2025 fand im Burgenland eine zweitägige Veranstaltung zum Thema Künstliche Intelligenz (KI) statt. Dabei wurden rechtliche, technische und ethische Aspekte im Kontext der KI-Kompetenz gem. Art. 4 der EU-KI-Verordnung (KI-VO) besprochen.

Der Vortrag wurde von Marlon Possard gehalten und richtete sich diesmal primär an politische Mitarbeiter:innen (z. B. in Bezug auf Kommunikation). In einem spannenden und interaktiven Format wurden die Grundlagen rund um den Einsatz von KI intensiv beleuchtet.

Die Teilnehmer:innen zeigten sich hoch engagiert und es entstanden lebhafte Diskussionen und ein offener Austausch über Chancen, Grenzen und Verantwortlichkeiten im Umgang mit KI. Zum Abschluss wurde deutlich: KI-Kompetenz bedeutet letztlich, die Zukunft aktiv und verantwortungsvoll mitzugestalten. (Bildcredit: Radlspäck)

Vortrag im Rahmen des BrownBag-Lunch der FH Oberösterreich & der deutschen HdBA

Am 4. November 2025 fand im Rahmen der gemeinsamen Veranstaltungsreihe „BrownBag-Lunch“ der FH Oberösterreich und der deutschen Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA) erneut ein spannender Online-Vortrag statt. Diesmal referierte Marlon Possard (Hochschule für Angewandte Wissenschaften Campus Wien/Sigmund-Freud-Privatuniversität Wien und Berlin/Gastforscher an der Harvard University) über die zunehmende Radikalisierung von Staatsverweiger:innen und gab dabei fundierte Einblicke in aktuelle Entwicklungen in Österreich, Deutschland und den USA.

Im Mittelpunkt standen die ideologischen Grundlagen, Kommunikationsstrategien sowie die gesellschaftlichen und sicherheitspolitischen Risiken dieser Szene. Possard zeigte auf, wie Verschwörungsideologien, Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen und internationale Vernetzungen zu einer gefährlichen Dynamik führen können. Besonders hervorgehoben wurde die Rolle digitaler Plattformen bei der Verbreitung extremistischer Narrative.

Das Format bot den zahlreichen Teilnehmenden aus Wissenschaft, Praxis und Lehre erneut die Möglichkeit zum interdisziplinären Austausch. Die Teilnahme war kostenfrei und ohne Anmeldung möglich – ganz im Sinne des offenen Diskussionsformats, das zur aktiven Mitgestaltung und zum gemeinsamen Nachdenken anregt. (Bildcredit: FH OÖ)

Neue Podcast-Folge von „Talk im Hörsaal“: Ramazan Demir – der TikTok-Imam

Radikalisierung, Glaube & Verantwortung – ein Gespräch, das unter die Haut geht. Der TikTok-Imam Ramazan Demir trifft im November 2025 auf Wissenschaftler Marlon Possard und Profilerin Patricia Staniek. Gemeinsam sprechen sie über die Gefahren extremistischer Ideologien, die Verführungskraft sozialer Medien und die Rolle des Glaubens in einer digitalen Welt.

Ehrlich, tiefgründig, aktuell. Jetzt anhören auf Spotify! (Bildcredit: Pixabay)

MORALgorithmus: Lesung & Diskussionsabend

30. Januar 2026 | 19:00 Uhr | Christuskirche | Burenstraße 9 | 8020 Graz

An diesem Abend stellt Marlon Possard zentrale Gedanken seines neuen Buches „MORALgorithmus“ (Oktober 2025) vor und lädt zu einer offenen Diskussion an der Schnittstelle zwischen Recht, Philosophie und Künstlicher Intelligenz (KI) ein.

KI denkt mit, spricht mit und beeinflusst unseren Alltag in vielerlei Hinsicht. Algorithmen schreiben bereits Texte, beurteilen Bewerbungen, erkennen Gesichter und verändern unsere zwischenmenschlichen Beziehungen. Doch was bedeutet das für unser Selbstverständnis, unsere Freiheit und unsere Verantwortung?

Marlon Possard nimmt in seinem neuen Buch „MORALgorithmus“ diese tiefgreifende Veränderung unserer Zeit unter die Lupe. Mit pointierten Beispielen, philosophischen Bezügen und einer Prise Humor zeigt er, warum Maschinen keine moralische Haltung entwickeln können – und weshalb der Mensch gerade jetzt mehr denn je gefordert ist, Mensch zu sein und schlussendlich auch zu bleiben.

Ein Abend für alle, die neugierig sind, nachdenken wollen und den Dialog zwischen Ethik und Technologie spannend finden. Seien Sie dabei und diskutieren Sie mit! (Bildcredit: CK Graz)

Zum jüngsten Ehrensenator ernannt

Eine besondere Ehrung wurde Marlon Possard im Oktober 2025 zuteil: Im Rahmen des Österreichischen Sicherheitstags (ÖST) wurde er vom Präsidium sowie von der Wirtschaftskammer Wien (WKO, Fachvertretung der Metalltechniker:innen) und dem Verband der Sicherheitsunternehmen Österreichs (VSÖ) zum Ehrensenator ernannt. Mit dieser Auszeichnung würdigen die Verantwortlichen Possards besonderen Leistungen an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, akademischer Lehre und Praxis.

Der erst 30 Jahre alte Österreicher ist damit der jüngste Ehrensenator, der je vom Österreichischen Sicherheitstag geehrt wurde. Possard hat sich in den vergangenen Jahren durch sein herausragendes Engagement für die Weiterentwicklung sicherheitsbezogener Standards, seine juristischen und ethischen Beiträge zur Polizeiarbeit sowie durch sein aktives Engagement in Bezug auf den Wissenstransfer zwischen Theorie und Praxis einen Namen gemacht. „Marlon Possard steht exemplarisch für die Verbindung von wissenschaftlicher Exzellenz und praxisorientierter Anwendung im Sicherheitssektor. Auch zögert er nicht, politisch sensible Themen wissenschaftlich fundiert zu beleuchten“, betonte Präsident Nikolaus Immanuel Köhler.

Der Österreichische Sicherheitstag gilt als bedeutende Plattform für Expert:innen aus Forschung, Verwaltung, Sicherheit und Politik, die gemeinsam aktuelle Herausforderungen im Bereich Sicherheitsmanagement und Technologie erörtern.

Mit seiner Ernennung reiht sich Possard in den Kreis jener Persönlichkeiten ein, die sich in besonderer Weise um die Weiterentwicklung der österreichischen Sicherheitskultur verdient gemacht haben – und setzt zugleich ein starkes Zeichen für die nächste Generation von Fachkräften und Forschenden im Sicherheitswesen. HIER gelangen Sie zum Bericht der Hochschule Campus Wien (HCW) über die Auszeichnung. (Bildcredit: ÖST/Roner)

Vortrag: Umgang mit Staatsverweiger:innen im Behördenalltag

Rund 80 Gemeindevertreter:innen aus ganz Österreich nahmen im Oktober 2025 an der Sitzung des Fachausschusses für Rechtsangelegenheiten des Österreichischen Städtebundes in Neusiedl am See im Burgenland teil. Im Rahmen eines Expert:innenvortrags referierte Marlon Possard über ein hochaktuelles Thema, nämlich zum richtigen Umgang mit „Staatsverweiger:innen“ in der öffentlichen Verwaltung. In seinem Vortrag gab Possard praxisnahe Einblicke und fundierte Handlungsempfehlungen für Behörden. Possard beleuchtete die rechtlichen Grundlagen, typische Verhaltensmuster von Staatsverweiger:innen sowie den professionellen Umgang mit herausfordernden Situationen im Parteienverkehr.

Im Anschluss an den Vortrag fand eine angeregte Diskussion statt, bei der zahlreiche Teilnehmer:innen von ihren Erfahrungen aus der Praxis berichteten. Dabei wurde deutlich, dass die Problematik in vielen Gemeinden zunehmend Relevanz gewinnt – insbesondere im Zusammenhang mit Meldewesen, Bauverfahren und behördlichen Vollstreckungen.

Abschließend würdigte der Städtebund Possards Beitrag als wichtigen Impuls für die kommunale Verwaltungspraxis und verwies auf den Leitfaden für den richtigen Umgang mit Staatsverweiger:innen, den Possard gemeinsam mit seinem Team der Forschungsstelle für Staatsverweigerung und subversiven Extremismus (FSTE) im April 2025 veröffentlicht hat. (Bildcredit: Roner)

Vortrag im Justizpalast Wien: KI in der Strafverfolgung und Radikalisierung im Online-Gaming-Sektor

Im Justizpalast Wien fand im Oktober 2025 das Symposium des Bundesverwaltungsgerichts der Republik Österreich (BVwG) und des Verwaltungsgerichts Wien (VwG) unter dem Titel „Postmoderne Bedrohungen der öffentlichen Sicherheit und des Rechtsstaates“ statt. Im Mittelpunkt der interdisziplinären Fachveranstaltung standen aktuelle sicherheits- und rechtspolitische Herausforderungen im digitalen Zeitalter.

Marlon Possard (Hochschule Campus Wien, Sigmund Freud Privatuniversität Wien und Berlin) präsentierte im Rahmen des Symposiums neueste Erkenntnisse zum Thema „KI und Sicherheit: Potenziale und Risiken im Umgang mit Extremismus und digitaler Radikalisierung“. Er beleuchtete die Chancen und Risiken des Einsatzes von KI-Systemen in der Kriminalitätsbekämpfung, speziell im Bereich der Prävention und Analyse extremistischer Tendenzen in digitalen Räumen. Besonderes Augenmerk legte er auf die zunehmende Bedeutung von Online-Gaming-Plattformen als potenzielle Radikalisierungsräume sowie auf die rechtlichen, ethischen und gesellschaftlichen Implikationen von algorithmischer Strafverfolgung.

Neben Marlon Possard nahmen zahlreiche weitere hochrangige Expert:innen aus Justiz, Wissenschaft und Verwaltung am Symposium teil. Unter den Vortragenden und Diskutierenden befanden sich u. a. OGH-Präsident Univ.-Prof. Dr. Georg Kodek (Wirtschaftsuniversität Wien), Univ.-Prof. Dr. Farsam Salimi (Universität Wien), Priv.-Doz.in Dr.in Judith Kohlenberger (Wirtschaftsuniversität Wien), Generaldirektor Dr. Franz Ruf (Bundesministerium für Inneres), Direktor Mag. Omar Haijawi-Pirchner (Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst) und Prof. Dr. Peter Neumann (King‘s College London).

In mehreren Panels wurden Themen wie digitale Bedrohungsszenarien, der Einfluss neuer Technologien auf die öffentliche Sicherheit sowie die Anpassungsfähigkeit des Rechtsstaates an diese Entwicklungen erörtert. Das Symposium bot eine Plattform für den fachübergreifenden Austausch zwischen Forschung, Justiz, Sicherheitsbehörden und Verwaltung und zeigte, wie wichtig interdisziplinäre Zusammenarbeit für die Bewältigung moderner sicherheitspolitischer Herausforderungen ist. (Bildcredit: M. Kollegger)

Das „PRÄ-VENTION-MODELL“ (Possard, 2023): Eine Bestandsaufnahme

Im Juni 2023 veröffentlichte Marlon Possard in der Fachzeitschrift für Risk, Fraud und Compliance (ZRFC) im Erich-Schmidt-Verlag erstmals das von ihm entworfene und neuartige „PRÄ-VENTION-Modell“. Das Modell gilt als Leitfaden für die Praxis im Kampf gegen wirtschaftskriminelles Handeln und wird mittlerweile in zahlreichen Organisationen in der Praxis erfolgreich präventiv angewendet. Das lässt sich u. a. auf viele Rückmeldungen im vergangenen Jahr zurückführen:

„Ihr Modell ist nicht nur ein theoretisches Konstrukt, sondern ein handfestes Werkzeug für die Praxis. Es zeigt, wie Prävention effektiv gestaltet werden kann. Vielen Dank für die wertvollen Impulse!“ (August 2024)

„Insgesamt empfinde ich das PRÄ-VENTION-Modell als eine echte Bereicherung für meine Arbeitspraxis im Bereich des Riskmanagements: Es ist praxisnah, alltagstauglich und unterstützt dabei, sowohl die Qualität der Arbeit zu sichern als auch eine vertrauensvolle und stabile Umgebung zu schaffen.“ (September 2025)

Das wesentliche Ziel des Modells besteht darin, mit seinem innovativen Ansatz vorwiegend Unternehmen, Behörden und anderen (öffentlichen) Institutionen praxisnahe Lösungen zu bieten, um einen Umgang mit wirtschaftskriminellen Aktivitäten und den Betroffenen, also den Täter:innen, sicherzustellen. Ebenso gilt der Handlungsleitfaden als eine Art Orientierung hinsichtlich einer (Wieder-)Eingliederung von Mitarbeiter:innen in unternehmerische Strukturen nach der Durchführung doloser Handlungen. Darüber hinaus wird das Modell sukzessive in wissenschaftlichen Arbeiten herangezogen. (Bildcredit: ZFRC/Possard)

Link: Fachzeitschrift für Risk, Fraud & Compliance (2023)

Marlon Possard