Wie häufig haben österreichische Behörden Kontakt mit sogenannten „Staatsverweiger:innen“, „Reichsbürger:innen“ oder „Selbstverwalter:innen“? In welchen Situationen treten solche Kontakte auf, und welche Herausforderungen ergeben sich daraus für Polizei und öffentliche Verwaltung? Diesen Fragen widmet sich eine österreichweite Erhebung, die erstmals systematisch die Erfahrungen von Behörden mit diesen Phänomenen untersucht.
Die Studie wurde von Marlon Possard (Forschungsprojektleiter) und Sonja Bleichert (wissenschaftliche Projektmitarbeiterin) zwischen August und Dezember 2025 unter Einsatz qualitativer und quantitativer Forschungsmethoden durchgeführt. Die Ergebnisse wurden im März 2026 veröffentlicht. Die Untersuchung stellt die erste Erhebung dieser Art in Österreich dar und liefert erstmals empirische Daten sowie systematische Einblicke in Behördenkontakte mit Personen aus dem Spektrum der „Staatsverweiger:innen“, wodurch sie zu einem besseren Verständnis der Situation in Österreich beiträgt. Ziel der Studie war es, ein fundiertes Bild darüber zu gewinnen, wie häufig und in welchen Kontexten verschiedene Behörden (z. B. Polizei, Gerichte, Staatsanwaltschaften, Gemeinden, Magistrate, Bildungsdirektionen, Ministerien) mit entsprechenden Akteur:innen konfrontiert sind.
In den vergangenen Jahren haben entsprechende ideologische Strömungen auch im deutschsprachigen Raum zunehmend Aufmerksamkeit erfahren, woraus sich für staatliche Institutionen praktische Herausforderungen ergeben (bspw. im Zusammenhang mit Verwaltungsverfahren, im Rahmen polizeilicher Maßnahmen oder im alltäglichen Behördenkontakt). Die Ergebnisse der Erhebung wurden in der Fachzeitschrift „Polizei & Wissenschaft“ veröffentlicht (Ausgabe 4/2025; Verlag für Polizeiwissenschaften). Neben der wissenschaftlichen Einordnung liefert die Studie auch praxisrelevante Erkenntnisse für Behörden und Sicherheitsinstitutionen. Speziell durch die systematische Erhebung lassen sich Herausforderungen, typische Muster von Behördenkontakten sowie mögliche Handlungsbedarfe besser identifizieren. HIER gelangen Sie zur Studie. (Bildcredit: Fachzeitschrift Polizei & Wissenschaft)

