Marlon Possard war im August 2026 in ORF Ö1 zu Gast und sprach über den zunehmenden Einsatz von KI im kirchlichen und religiösen Bereich. Im Mittelpunkt seiner Ausführungen standen die ethischen Grenzen technologischer Unterstützung in der Seelsorge sowie die Frage, wie sich Innovation und menschliche Verantwortung miteinander verbinden lassen.
Ausgehend von der päpstlichen Enzyklika „Magnifica humanitas“ betonte Possard, dass nicht allein entscheidend sei, was KI technisch leisten könne, sondern vor allem, was sie leisten dürfe. Speziell in der Seelsorge könne KI zwar unterstützen, Informationen zugänglich machen und pastorale Arbeit erleichtern, jedoch niemals die persönliche Begegnung, die menschliche Nähe und das für die Seelsorge zentrale Vertrauen nicht ersetzen.
Darüber hinaus thematisierte Possard Fragen der Verantwortungszuordnung und der Menschenwürde sowie den Ressourcenverbrauch moderner KI-Systeme. Für ihn steht fest: Je stärker KI in gesellschaftliche und religiöse Lebensbereiche vordringt, desto wichtiger wird eine klare ethische Orientierung – auch und gerade für Religionsgemeinschaften. Possards zentrale Frage richtet sich dabei auf das, was auch im KI-Zeitalter unverzichtbar bleiben muss: „Was müssen wir tun, damit wir in Zeiten von KI eines nicht verlieren, nämlich die Fähigkeit, einem anderen Menschen wirklich nahe zu sein?“ Das sei nicht nur eine religiöse Frage, so Possard. HIER gelangen Sie zum Kurzinterview (Ö1) und HIER finden Sie den ORF-Begleitbericht. (Bildcredit: Pixabay)



