Mit einem hochaktuellen und zugleich kritisch reflektierten Vortrag zog Marlon Possard am 6. Mai 2026 zahlreiche Studierende und interessierte Hörer:innen an die Universität Wien. Im Rahmen einer Gastvorlesung widmete er sich den komplexen Zusammenhängen zwischen Künstlicher Intelligenz (KI), Desinformation und medialer Ethik – Themen, die in einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft nichts an Relevanz verlieren.
Im Zentrum seines Vortrags stand die Frage, wie KI zur Verbreitung von Desinformation beitragen kann. Anhand konkreter Szenarien zeigte Possard auf, wie automatisierte Systeme gezielt zur Manipulation von Meinungen eingesetzt werden können (z. B. durch Deepfakes oder algorithmisch gesteuerte Nachrichtenverbreitung). Gleichzeitig betonte er die Verantwortung von Entwickler:innen, Medienhäusern und Plattformbetreiber:innen, ethische Leitlinien konsequent umzusetzen.
Besonderes Augenmerk legte der Vortragende auf die Rolle der Medienkompetenz in der Gesellschaft und die sog. „vierte Gewalt“ (= unabhängige Medien) im Staat. „Technologie allein ist weder gut noch böse. Entscheidend aber ist, wie wir sie einsetzen“, erklärte Possard und appellierte an die Studierenden, kritisch zu hinterfragen und aktiv zur Aufklärung beizutragen.
Im Anschluss an die Vorlesung entwickelte sich eine lebhafte und tiefgehende Diskussion. Zahlreiche Studierende nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen und eigene Perspektiven einzubringen. Themen wie Regulierung, Transparenz von Algorithmen und die Verantwortung sozialer Netzwerke wurden intensiv debattiert. Die offene Atmosphäre ermöglichte einen regen Austausch auf Augenhöhe. (Bildcredit: DS)

